Der Mensch im Mittelpunkt
sachbezogen unabhängig bürgernah

"Öha" geht es so manchem Zuhörer durch den Kopf, nachdem der FW-Bürgermeisterkandidat gerade seinem Kontrahenten Stephan Beutlhauser (CSU) einen verbalen Seitenhieb mitgegeben hat. Es ist die einzige Attacke des Vormittags, doch sie zeigt, dass der Wahlkampf auch in Mehring in seine heiße Phase geht.

"Werte schützen! Wandel fördern" – so fasst Buchner am Sonntag sein Wahlprogramm im voll besetzten Gasthaus Widmaier zusammen. Inhaltlich unterscheidet es sich von den Plänen der CSU weitgehend nur in den Details. Beim großen Ganzen sind sich die Konkurrenten einig.

So will auch Buchner die Mehringer Ortsmitte aufwerten und auf Gespräche mit den Schick-Erben setzen, um endlich eine Lösung in der Grundstücksthematik hinzubekommen. "Steter Tropfen höhlt den Stein", zeigt er sich bei der Programmvorstellung optimistisch. Einig sind er und Beutlhauser sich auch, was den Wunsch der Feuerwehr bezüglich des in die Jahre gekommenen Gerätehauses betrifft. Eine Sanierung und Erweiterung sei möglich, "aber nicht sinnvoll", sagt Buchner, der die Situation als aktiver Feuerwehrmann gut kennt und für einen kompletten Neubau plädiert.

Das Bauen hat er auch in Bezug auf den Kindergarten im Sinn – zumindest, wenn die Kinderzahlen weiter steigen. Weil das Gebäude aus Buchners Sicht nicht mehr erweiterungsfähig ist, sieht der FW-Kandidat eine Waldkindergarten-Gruppe als passende Option. Hinzu kommt der seiner Meinung nach "unvermeidliche" Ausbau der Krippe. Hier soll ein Konzept vorgelegt werden, welches auch die Sanierung der Schule mit einschließt.

Ebenso soll für die Senioren etwas getan werden. Zum bislang nur von der Idee her bekannten Projekt einer Tagespflege kommt für Buchner der verstärkte Bau barrierefreier Wohnungen. Als rundum gelungen sieht er das angelaufene Quartiersmanagement, bei dem er schon jetzt eine Fortsetzung über die zunächst auf fünf Jahre begrenzte Laufzeit hin fordert.

Forderungen gibt es auch, was die einzelnen Ortsteile Mehrings angeht. Deren "Charme" dürfe nicht durch "überregionale Projekte" gefährdet werden, sagt er und spricht damit insbesondere die Burghauser Ortsumgehung an. Buchners Standpunkt dazu ist klar: Sie darf nicht kommen! Er werde gewählt, um sich für das Wohl der Mehringer einzusetzen, nicht für das Wohl der Burghauser, begründet er seine Feststellung, wonach ein Mehringer Bürgermeister unmöglich für die Burghauser Umgehung sein könne. Falls diese allerdings trotz allem nicht verhindert werden kann, "müssen wir schauen, dass die Folgen so gering wie möglich sind".

Endlich vorankommen will Buchner beim Breitbandausbau auch im Außenbereich. "Völlig inakzeptabel" sei es, dass bislang kein einziges Angebot eingegangen sei.

Bleibt die Frage der Finanzierung. Natürlich sei klar, dass nicht jede Forderung auch umgesetzt werden kann, sagt der FW-Kandidat mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung und den von ihm erwarteten "deutlichen Rückgang" von Konjunktur und Steuereinnahmen. Doch müssten halt Prioritäten gesetzt werden, um beides zu ermöglichen – das Schützen bestehender Werte und die Förderung des Wandels. Entsprechend hoffe er auch auf eine weiterhin sachliche und gute Zusammenarbeit im Gemeinderat.

Dass er diesem bereits seit langem vorzustehen wünscht, daraus macht Robert Buchner am Sonntagvormittag keinen Hehl. 2008 habe er erstmals mit dem Gedanken gespielt, erinnert er sich. 2014 habe er damit geliebäugelt, gegen Amtsinhaber Josef Wengbauer anzutreten.

Dass seinem Wunsch, Bürgermeister zu werden, seit Dezember Stephan Beutlhauser als Mitbewerber entgegen steht, lässt den FW-Vorsitzenden nicht ganz kalt. Wer einen Bürgermeister wolle, der sich noch im Mai letzten Jahres öffentlich gegen eine Kandidatur ausgesprochen und später im persönlichen Gespräch mit ihm, Buchner, einen Handel Bürgermeister- gegen Spitzenkandidatur vorgeschlagen habe, der müsse Stephan Beutlhauser wählen, sagt Buchner abschließend. Wer hingegen einen Bürgermeister wolle, der "zu seinen vor Jahren getroffenen Entscheidungen immer noch steht", der solle ihm bei der Wahl am 15. März seine Stimme geben.

vorstellung frueschoppenFoto: Kleiner

Im voll besetzten Gasthaus Widmaier stellte Robert Buchner am Sonntagvormittag sein Wahlprogramm

und auch seine Mitstreiter auf der Liste der Freien Wähler vor. CSU-Konkurrent Stephan Beutlhauser musste dabei einen abschließenden Seitenhieb einstecken.